WETTERSEITE

Sie stehen am Strassenrand oder alleine auf Feldern. Scheunen gehören zum visuellen Alltag in der Schweiz. Als Zweckbauten zur Lagerung der Ernte oder von landwirtschaftlichen Gerätschaften verweisen sie auf eine ursprüngliche Wirtschaft, die den Boden nicht als Bau-, sondern als Fruchtfläche verstanden hat. Die ungebremste Urbanisierung der Schweiz hat den Scheunen daher die zwiespältige Würde der aufrechten Verlierer verliehen. Sie sind als Ökonomiegebäude ohnehin meist Bauten von niederem Rang, und dennoch haben sie mit ihren einfachen und typischen Formen Landschaft und damit Selbstbild der Schweiz geprägt. Patrik Fuchs porträtiert die Scheunen im Winter in diffusem und kaltem Licht, als archaische Erscheinungen stummer Dienstbarkeit. An einem dieser nebligen Tage, an denen die Welt akustisch und optisch so ruhig wird. Sich auflöst. Eine Weite entsteht, die untypisch ist für dieses Land. Die Bilder zeigen die Scheunen als Solitäre, gezeichnet, verschlossen und stolz, zugleich aber wirken sie einsam und von geradezu beschämender Zerbrechlichkeit. Fabian Scherrer, Berlin

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